Kurzmeldungen

Diebstahl im Deutschen Hugenotten-Museum Bad Karlshafen

Bei einem dreisten Diebstahl wurden während der Öffnungszeit des Museums zwei wertvolle Zuckerdosen, ein Salzgefäß und ein Leuchter aus einer Vitrine gestohlen. Es handelt sich um wertvolles Silber aus den Manufakturen der hugenottischen Silberschmiede Fournier und Godet in Berlin. Das Salzgefäß war eine Leihgabe der DHG.

Um den schmerzlichen Verlust wenigstens ansatzweise auszugleichen, konnte inzwischen eine neue Kaffeekanne mit Zuckerdose und Milchgießer aus dem 18. Jahrhundert aus der Manufaktur von Jean Godet in Berlin angeschafft werden (siehe Foto). Die Finanzierung der Neuanschaffung ist leider noch nicht gesichert; deshalb wird um Spenden gebeten (Deutsche Hugenotten-Gesellschaft, Konto Kasseler Sparkasse (BLZ 520 503 53), Nr. 118 060 521 - Stichwort: Museum).

Österreichisches Ehrenkreuz für Prof. Dr. Barbara Dölemeyer

Im Rahmen eines festlichen Empfangs in der Österreichischen Botschaft überreichte der Botschafter der Republik Österreich, Dr. Ralph Scheide, am 27. Mai 2010 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse an Prof. Dr. Barbara Dölemeyer. Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Vertreter aus Politik und Wissenschaft. Die Deutsche Hugenottengesellschaft war durch ihren Präsidenten Dr. Andreas Flick und ihren Vizepräsidenten Jochen Desel vertreten.

Prof. Dr. Barbara Dölemeyer ist seit über 30 Jahren am Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt tätig und hat sich in dieser Zeit einen herausragenden Ruf als Wissenschaftlerin im Bereich der Gesetzgebungs- und Kodifikationsgeschichte sowie im Bereich Geschichte der Rechtsprechung und Justizorganisation erworben. Sie hat durch ihre zahlreichen Publikationen auch der Hugenottenforschung (insbesondere im Bereich der Hugenottenprivilegien) neue Impulse gegeben.

Prof. Dr. Fred W. Felix erhält den "Prix des Amis d'Orange"

Das langjährige Mitglied der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft Prof. Dr. Fred W. Felix, der zahlreiche Beiträge zur Geschichte der Orangeois verfasst hat und dessen Werk "Die Ausweisung der Protestanten aus dem Fürstentum Orange 1703 und 1711-13" in der Reihe der Geschichtsblätter der DHG publiziert worden ist, erhielt Anfang 2010 den "Prix des Amis d'Orange". Damit wurden die umfassenden Forschungen des in Zürich lebenden Forschers gewürdigt.

Bücher - Neuerscheinungen

Jochen Desel und Andreas Flick:
Sie hatten Calvin im Gepäck. Calvin und die Hugenotten in Deutschland

Geschichtsblatt, Bd. 45
98 Seiten mit Abbildungen
ISBN 978-3-930481-31-6

Lange Zeit glaubte man, dass die Autobiographie des Berliner Hugenotten-Künstlers Daniel Chodowiecki (1726-1801), welche Wolfgang von Oettingen 1895 für seine Chodowiecki-Monographie verwendete, verschollen sei. Robert Violet gelingt es in diesem Band, bestehende Irrtümer in der Chodowiecki-Forschung zu korrigieren. Er kombiniert Chodowieckis handschriftliche Autobiographie in transkribierter Form mit einer unveröffentlichten Biographie des jüngsten Sohnes Chodowieckis in französischer Sprache und deutscher Übersetzung. Diese "Notice abregée" wurde ebenfalls von Wolfgang von Oettingen 1895 benutzt, geriet dann aber in Vergessenheit. Das bekrönende Titelbild mit Mitgliedern der Familie Chodowiecki wird im Schlussteil des Buches erläutert, um eine Zuordnung der auf dem Familiengemälde abgebildeten Personen zu gewährleisten.


Jochen Desel und Andreas Flick:
Sie hatten Calvin im Gepäck. Calvin und die Hugenotten in Deutschland

Geschichtsblätter der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft, Bd. 44)
88 Seiten mit farbigen Abbildungen, 2009, € 4,80 (Sonderpreis)
ISBN 978-3-930481-30-9

Pünktlich zu Johannes Calvins 500. Geburtstag eröffnete das Deutsche Hugenotten-Museum in Bad Karlshafen 2009 die Ausstellung "Sie hatten Calvin im Gepäck. Calvin und die Hugenotten in Deutschland". Über 130 Objekte wurden in der Sonderausstellung präsentiert. Mehr als die Hälfte davon werden in diesem umfassend farbig bebilderten Begleitbuch ausführlich beschrieben.


Jochen Desel:
Hugenotten- und Waldenser und ihre Familien im Landkreis Kassel

Geschichtsblätter der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft, 45)
478 Seiten, 2009, € 29,80
ISBN 978-3-930481-29-3

In jahrelanger Arbeit hat der Verfasser die Kirchenbücher, Protokollbücher, Heiratsversprechen und Kolonielisten der hugenottischen und waldensischen Gemeinden im Landkreis Kassel bearbeitet und wichtige genealogische Informationen zur Geschichte und Herkunft der Glaubensflüchtlinge im nördlichen Hessen zusammengetragen und ausgewertet. Dabei fanden auch die Dokumente zu den Flucht- und Reisewegen der Hugenotten und Waldenser Berücksichtigung. Das Ergebnis ist ein umfassendes Familienregister, das auf weit über 400 Seiten präsentiert wird.


Dominique Ehrmantraut/ Michael Martin: Das Protokollbuch der französisch-reformierten Kirche zu Frankenthal 1658-1689

Hrsg. vom Verein für Pfälzische Kirchengeschichte, G. Braun Buchverlag / Verlag der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft, 462 Seiten, € 19,80
ISBN (DHG) 978-3-930481-28-6

Die Texte aus dem Protokollbuch von Frankenthal vermitteln das Lebensgefühl von Reformierten Glaubensflüchtlingen, die aktiv an der Geschichte des "Refuge" in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in der Pfalz teilgenommen haben. Es handelt sich um Menschen verschiedener Herkunft, vornehme Herrschaften mit "Titel", aber auch einfache Leute aus dem Volk, oder Frauen, die man als "Mademoiselle" oder als "Ehefrau" in den Akten bezeichnet. Geschichte und Identität gehen ineinander über und prägen das Zusammenleben an diesem Ort.

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