Buchempfehlungen und Neuerscheinungen

Andreas Flick:
Drei Mal mehr Hugenottin als Französin?
Herzogin Eléonore Desmier d'Olbreuse (1639-1722)

Geschichtsblatt, Bd. 46
56 Seiten mit farbigen Abbildungen, € 7,00
ISBN 978-3-930481-33-2

Die für ihre scharfe Feder bekannte Liselotte von der Pfalz bezeichnete sie wegen ihrer unstandesgemäßen Herkunft verächtlich als "Mausdreck", in der Zeitung Le Figaro und weiteren Publikationen des 20. Jahrhunderts wird sie dagegen hochachtungsvoll "La grand-mère de l.Europe" (Die Großmutter Europas) genannt. Die Rede ist hier von der Hugenottin Eléonore d'Olbreuse, die von einer Landadeligen aus dem Poitou zur Herzogin von Braunschweig-Lüneburg aufstieg und so zur Großmutter Georgs II. von Großbritannien und Irland wie auch der Königin Sophie Charlotte von Preußen avancierte.

Diese reich bebilderte Publikation geht Eléonores Lebensweg und Lebenswerk nach, wobei sie insbesondere als Hugenottin fokussiert werden soll. Bei einer Person des 17. Jahrhunderts darf der religiöse Glauben als wichtige Grundlage für ihr Denken und Handeln neben allen dynastischen, politischen und wirtschaftlichen Beweggründen nicht unterschätzt werden. In seiner Publikation präsentiert Andreas Flick neben bekannten Informationen auch eine weithin unbekannte Seite der Französin, die trotz ihres großen Einsatzes für ihre reformierten Glaubensgenossen mit dem Übertritt zum Katholizismus geliebäugelt hat.


Robert Violet:
Daniel Chodowiecki (1726-1801): Eine verschollen geglaubte Autobiographie

Geschichtsblatt, Bd. 45
98 Seiten mit Abbildungen, € 12,80
ISBN 978-3-930481-31-6

Lange Zeit glaubte man, dass die Autobiographie des Berliner Hugenotten-Künstlers Daniel Chodowiecki (1726-1801), welche Wolfgang von Oettingen 1895 für seine Chodowiecki-Monographie verwendete, verschollen sei. Robert Violet gelingt es in diesem Band, bestehende Irrtümer in der Chodowiecki-Forschung zu korrigieren. Er kombiniert Chodowieckis handschriftliche Autobiographie in transkribierter Form mit einer unveröffentlichten Biographie des jüngsten Sohnes Chodowieckis in französischer Sprache und deutscher Übersetzung. Diese "Notice abregée" wurde ebenfalls von Wolfgang von Oettingen 1895 benutzt, geriet dann aber in Vergessenheit. Das bekrönende Titelbild mit Mitgliedern der Familie Chodowiecki wird im Schlussteil des Buches erläutert, um eine Zuordnung der auf dem Familiengemälde abgebildeten Personen zu gewährleisten.


Jochen Desel und Andreas Flick:
Sie hatten Calvin im Gepäck. Calvin und die Hugenotten in Deutschland

Geschichtsblätter der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft, Bd. 44)
88 Seiten mit farbigen Abbildungen, 2009, € 4,80 (Sonderpreis)
ISBN 978-3-930481-30-9

Pünktlich zu Johannes Calvins 500. Geburtstag eröffnete das Deutsche Hugenotten-Museum in Bad Karlshafen 2009 die Ausstellung "Sie hatten Calvin im Gepäck. Calvin und die Hugenotten in Deutschland". Über 130 Objekte wurden in der Sonderausstellung präsentiert. Mehr als die Hälfte davon werden in diesem umfassend farbig bebilderten Begleitbuch ausführlich beschrieben.


Jochen Desel:
Hugenotten- und Waldenser und ihre Familien im Landkreis Kassel

Geschichtsblätter der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft, 45)
478 Seiten, 2009, € 29,80
ISBN 978-3-930481-29-3

In jahrelanger Arbeit hat der Verfasser die Kirchenbücher, Protokollbücher, Heiratsversprechen und Kolonielisten der hugenottischen und waldensischen Gemeinden im Landkreis Kassel bearbeitet und wichtige genealogische Informationen zur Geschichte und Herkunft der Glaubensflüchtlinge im nördlichen Hessen zusammengetragen und ausgewertet. Dabei fanden auch die Dokumente zu den Flucht- und Reisewegen der Hugenotten und Waldenser Berücksichtigung. Das Ergebnis ist ein umfassendes Familienregister, das auf weit über 400 Seiten präsentiert wird.


Dominique Ehrmantraut/ Michael Martin: Das Protokollbuch der französisch-reformierten Kirche zu Frankenthal 1658-1689

Hrsg. vom Verein für Pfälzische Kirchengeschichte, G. Braun Buchverlag / Verlag der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft, 462 Seiten, € 19,80
ISBN (DHG) 978-3-930481-28-6

Die Texte aus dem Protokollbuch von Frankenthal vermitteln das Lebensgefühl von Reformierten Glaubensflüchtlingen, die aktiv an der Geschichte des "Refuge" in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in der Pfalz teilgenommen haben. Es handelt sich um Menschen verschiedener Herkunft, vornehme Herrschaften mit "Titel", aber auch einfache Leute aus dem Volk, oder Frauen, die man als "Mademoiselle" oder als "Ehefrau" in den Akten bezeichnet. Geschichte und Identität gehen ineinander über und prägen das Zusammenleben an diesem Ort.

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